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Amaryllis Pflege nach der Blüte – So wird die Pflanze nach der Blüte weiter gepflegt und auf die nächste Saison vorbereitet

Wenn die großen Blüten einer Amaryllis verblüht sind, sieht der Topf oft plötzlich ziemlich unspektakulär aus: ein langer, leerer Stiel, vielleicht schon ein paar schmale Blätter. Genau an diesem Punkt wird die Pflanze gern zu früh beiseitegestellt oder gleich ganz entsorgt. Dabei entscheidet sich jetzt, ob die Zwiebel Kraft für eine weitere Blüte sammeln kann. Die Blüten sind vorbei, die Arbeit der Pflanze aber nicht.

Mit „Amaryllis“ ist im Handel meist ein Ritterstern aus der Gattung Hippeastrum gemeint. Er hat einen anderen Jahresrhythmus als die echte Amaryllis aus Südafrika. Für die Pflege nach der Blüte gilt vor allem: Den Blütenstiel entfernen, sobald er verblüht ist, die grünen Blätter stehen lassen und der Zwiebel anschließend genügend Zeit zum Einziehen geben. Das klingt einfach, verlangt aber ein wenig Geduld – besonders im Sommer, wenn der Topf lange nur nach Blattpflanze aussieht.

Der Blütenstiel darf weg, die Blätter bleiben

Sind die einzelnen Blüten verwelkt, schneide ich den Blütenstiel mit einem sauberen, scharfen Messer einige Zentimeter über der Zwiebel ab. So lässt sich arbeiten, ohne die Zwiebel oder die jungen Blätter zu verletzen. Wer den Stiel stehen lässt, riskiert, dass sich eine Samenkapsel bildet. Das kostet die Pflanze Kraft, sofern man nicht gezielt Samen gewinnen möchte. Die Blätter werden dabei nicht mit abgeschnitten: Sie versorgen die Zwiebel in den kommenden Wochen mit den Reserven, die sie für die nächste Blüte braucht.

Manchmal beginnt das Laub erst nach dem Verblühen richtig zu wachsen. Das ist kein schlechtes Zeichen, sondern ein normaler Wechsel: Die Pflanze steckt nun Energie in die Zwiebel statt in die Blüten. Grüne, feste Blätter sollten deshalb auch dann bleiben, wenn sie nicht besonders dekorativ wirken. Erst wenn sie von selbst gelb werden und absterben, ist ihre Aufgabe erledigt. Gelbe Spitzen allein sind dagegen kein Grund, gleich das ganze Blatt zu entfernen; sie können auch auf zu viel Wasser, einen ungünstigen Standort oder natürliche Alterung hindeuten.

Nach der Blüte weitergießen, aber mit Gefühl

Solange die Amaryllis grüne Blätter hat und wächst, braucht sie Wasser. Ich gieße, sobald die obere Erdschicht abgetrocknet ist, und schütte überschüssiges Wasser aus dem Übertopf oder Untersetzer weg. Die Zwiebel sollte nie dauerhaft in nasser Erde stehen. Gerade nach der Blüte, wenn man weniger aufmerksam gießt als während der Blütenzeit, kann sich im Topf unbemerkt Staunässe sammeln. Eine weiche Zwiebel oder muffig riechende Erde sind dann ernst zu nehmende Warnzeichen.

Auch Dünger ist in dieser Wachstumsphase sinnvoll, aber nicht in jeder Woche und nicht hoch dosiert. Ein flüssiger Zimmerpflanzendünger in der auf der Packung angegebenen Konzentration, etwa alle zwei bis drei Wochen, reicht in der Regel aus. Gedüngt wird nur in bereits leicht feuchte Erde. Das verhindert, dass konzentrierte Nährsalze die Wurzeln belasten. Bei frisch gekauften Pflanzen kann die Erde bereits vorgedüngt sein; dann muss man nicht sofort zusätzlich düngen.

Ein heller Platz ohne dauerhaft pralle Mittagssonne tut den Blättern gut. Im Frühjahr und Sommer kann der Ritterstern auch nach draußen umziehen, sobald die Nächte zuverlässig frostfrei sind. An einen geschützten Platz im Halbschatten gewöhne ich ihn schrittweise: Ein abrupt sonniger Standort kann die Blätter verbrennen. Im Freien trocknet der Topf schneller aus, also öfter mit dem Finger prüfen, statt sich auf einen festen Gießrhythmus zu verlassen. Vor den ersten kühlen Nächten kommt die Pflanze wieder ins Haus; Frost verträgt die Zwiebel nicht.

Der Jahreslauf nach der Blüte

Die Ruhephase wird nicht unmittelbar nach dem Verblühen eingeleitet. Zuerst darf die Pflanze über mehrere Monate Blätter bilden und die Zwiebel aufbauen. Erst später, meist gegen Ende des Sommers oder im Herbst, wird das Gießen schrittweise reduziert. Der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, wann die Pflanze geblüht hat und wie sie sich entwickelt. Eine im Winter blühende Amaryllis kann also einen anderen Kalender haben als ein Exemplar, das später im Jahr zur Blüte gebracht wurde.

Phase Was die Pflanze braucht Woran ich mich orientiere
Nach der Blüte Blütenstiel abschneiden, Blätter erhalten, mäßig gießen und gelegentlich düngen Die Blätter sind grün und wachsen weiter
Wachstumszeit im Frühjahr und Sommer Heller Standort, gleichmäßige Versorgung ohne Staunässe; draußen nur frostfrei und langsam angewöhnt Die Zwiebel soll Reserven bilden, auch wenn gerade keine Blüte zu sehen ist
Übergang zur Ruhezeit Düngen beenden und Wassergaben nach und nach verringern Die Pflanze stellt das Wachstum ein; Blätter beginnen später natürlich zu vergilben
Ruhephase Topf trocken und kühl aufstellen, ungefähr 8 bis 10 Wochen ruhen lassen Keine neuen Wassergaben, solange kein Austrieb erkennbar ist
Neuer Austrieb Wärmer und heller stellen, zunächst vorsichtig gießen Ein Blütenschaft oder frisches Wachstum wird sichtbar

Die Ruhephase nicht mit Austrocknen erzwingen

Wenn die Blätter allmählich gelb werden, reduziere ich das Gießen und lasse das Laub in Ruhe einziehen. Es wird erst entfernt, wenn es trocken ist. Grün abgeschnittene Blätter nehmen der Zwiebel einen Teil der Möglichkeit, Nährstoffe einzulagern. Während der Ruhephase steht der Topf an einem kühlen, trockenen Ort, idealerweise bei etwa 10 bis 15 Grad Celsius. Ein dunkler Platz ist in Ordnung, solange die Pflanze keine grünen Blätter mehr trägt. Wichtig ist, dass die Zwiebel nicht nass und nicht frostig steht.

Eine Ruhezeit von etwa acht bis zehn Wochen ist ein brauchbarer Richtwert, kein starrer Termin. In dieser Zeit wird nicht routinemäßig gegossen. Wer die Zwiebel in einem sehr warmen Zimmer lagert, bekommt oft keinen verlässlichen Ruhezustand; ein unbeheizter, frostfreier Raum ist geeigneter. Zugleich sollte man nicht versuchen, die Pflanze monatelang völlig trocken und kalt zu halten. Die Zwiebel ist lebendig, und ein Blick auf sie alle paar Wochen hilft, Fäulnis oder starkes Schrumpfen rechtzeitig zu bemerken.

Topf, Erde und Zwiebel im Blick behalten

Ein jährliches Umtopfen ist normalerweise nicht nötig. Ist die Erde stark verdichtet, riecht sie unangenehm oder sitzt die Zwiebel so eng, dass kaum noch Wasser ablaufen kann, lohnt sich frisches Substrat. Auch alle zwei bis drei Jahre kann ein Wechsel sinnvoll sein. Der neue Topf sollte nur wenig größer als die Zwiebel sein und ein Abzugsloch besitzen. In einem übergroßen Topf bleibt die Erde länger feucht, was bei dieser Pflanze eher zum Problem werden kann als ein etwas enger Sitz.

Beim Einsetzen bleibt ungefähr das obere Drittel bis die obere Hälfte der Zwiebel über der Erdoberfläche. Eine lockere, durchlässige Blumenerde und eine Drainagemöglichkeit helfen, überschüssiges Wasser abzuleiten. Weiche Stellen, ein fauliger Geruch oder dunkle, nässende Bereiche an der Zwiebel sprechen für Fäulnis; festes Gewebe und trockene äußere Schalen sind dagegen meist unbedenklich. Nach dem Umtopfen wird zunächst sparsam gegossen. Erst wenn sich neues Wachstum zeigt, steigt der Wasserbedarf wieder.

Wenn die nächste Blüte ausbleibt

Eine Amaryllis, die im folgenden Winter nur Blätter treibt, ist nicht automatisch verloren. Häufig hat sie nach der Blüte zu wenig Licht bekommen, wurde zu früh in die Ruhephase geschickt oder während der Wachstumszeit kaum versorgt. Manchmal ist die Zwiebel auch noch nicht kräftig genug. Dann lohnt es sich, den normalen Jahreslauf fortzusetzen, statt sie mit mehr Wasser oder Dünger zur Blüte zwingen zu wollen. Zu viel Wasser kann die Wurzeln schädigen, und zusätzlicher Dünger ersetzt keine fehlenden Lichtstunden.

Wenn der neue Austrieb erscheint, stelle ich den Topf wieder wärmer und heller. Wasser gibt es zunächst sparsam; sobald der Blütenschaft deutlich wächst, kann die Menge langsam erhöht werden. Ein schwerer Blütenstand kippt leicht, besonders wenn er sich zum Fenster neigt. Den Topf gelegentlich zu drehen oder den Stiel bei Bedarf zu stützen, erspart später einen gebrochenen Schaft.

Nach der Blüte zeigt sich, ob man der Pflanze nur eine kurze Saison gönnt oder sie über Jahre begleitet. Das Entscheidende ist weniger ein komplizierter Pflegekniff als der richtige Umgang mit den unscheinbaren Monaten: Blätter arbeiten lassen, Wasser nicht stehen lassen und die Ruhephase abwarten. Wer das schafft, muss sich nicht wundern, wenn aus dem scheinbar leeren Topf nach einiger Zeit wieder ein kräftiger Blütenschaft wächst – oft genau dann, wenn draußen der Garten längst still geworden ist.

Bild: / Vecteezy

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