Nach einem nassen November sieht Pampasgras oft weniger elegant aus als auf den Sommerfotos: Die langen Blätter hängen auseinander, Regenwasser sammelt sich zwischen den Halmen, und der Wind drückt die äußeren Blätter flach auf den Boden. Genau dann stellt sich die Frage, womit man den Horst am besten zusammenbindet. Die Antwort ist erfreulich schlicht: mit einer breiten, reißfesten Schnur, die sich gut greifen lässt und nicht in die Blätter einschneidet. Schwieriger als die Materialwahl ist meist der richtige Zeitpunkt – und die Versuchung, das Gras im Herbst schon zurückzuschneiden.
Warum der Horst im Winter gebunden wird
Pampasgras, botanisch Cortaderia selloana, kommt mit Kälte besser zurecht, wenn der Pflanzenherzbereich nicht dauerhaft nass ist. In rauen oder niederschlagsreichen Lagen kann Wasser zwischen den dicht stehenden Blättern stehen bleiben. Zusammengebundene Blätter leiten einen Teil des Regens nach außen ab und halten den inneren Bereich geschützter. Das ist keine Garantie gegen jeden Winterschaden, aber eine einfache Maßnahme, die sich besonders bei jungen Pflanzen und an exponierten Standorten bewährt.
Gebunden wird vor allem das Laub, nicht der gesamte Horst wie ein fest verschnürtes Paket. Die Blätter sollen nach oben geführt werden und gemeinsam eine lockere, aufrechte Form bilden. Werden sie so stark angezogen, dass der Horst in der Mitte zusammengedrückt wird, kann die Luft schlechter zirkulieren. Auch die Blattbasen sollten nicht unter unnötigem Zug stehen. Ein guter Bund hält die Blätter beisammen, ohne sie zu quetschen.
Welche Schnur sich im Garten bewährt
Für einen großen, kräftigen Horst nehme ich am liebsten eine **stabile Juteschnur** oder eine breite Sisalschnur. Beide Materialien lassen sich auch mit Handschuhen gut knoten, sind griffig und schneiden weniger leicht in die Blätter ein als dünne Kordel. Jute ist zudem angenehm zu handhaben, wenn der Bund im Frühjahr wieder geöffnet werden soll. Eine weiche, breite Gartenschnur aus Naturfaser ist ebenfalls geeignet, sofern sie nicht schon beim Anziehen ausfranst.
Im Prinzip kann auch eine wiederverwendbare Pflanzenbinder-Schnur aus Kunststoff funktionieren. Sie sollte weich und ausreichend breit sein. Dünner Draht, Angelschnur, Kabelbinder und sehr schmale Kunststoffkordeln würde ich vermeiden: Sie können Blätter verletzen, lassen sich bei gefrorenem oder nassem Material schlecht lösen und sind oft unnötig fest. Kabelbinder wirken zwar praktisch, doch beim Öffnen mit einer Schere schneidet man leicht in das trockene Laub oder in frische Triebe, die sich im Frühjahr schon darunter geschoben haben.
- Jute oder Sisal: griffig, gut zu verknoten und für die meisten Horste die unkomplizierteste Wahl.
- Breite, weiche Gartenschnur: praktisch, wenn sie wiederverwendbar und nicht einschneidend ist.
- Dünner Draht, Angelschnur oder Kabelbinder: ungeeignet, weil sie leicht Druckstellen verursachen und sich schlecht kontrolliert lösen lassen.
Bei sehr großen Pflanzen reicht ein einzelner Knoten oft nicht. Dann sind zwei Bindestellen sinnvoll: eine im unteren bis mittleren Bereich, die den Horst zusammenhält, und eine zweite etwas höher, die die Blätter aufrichtet. Die Abstände hängen von der Höhe und dem natürlichen Wuchs ab. Es geht nicht darum, eine bestimmte Zentimeterzahl einzuhalten, sondern darum, dass der Bund stabil steht und nicht bei jedem Windstoß auseinanderfällt.
Der richtige Zeitpunkt ist ein trockener Tag
Ich binde Pampasgras nicht nach einem regnerischen Nachmittag zusammen. Nasse Blätter sind schwer, kleben aneinander und lassen sich schlecht sortieren. Werden sie in diesem Zustand eng gebündelt, bleibt Feuchtigkeit länger im Inneren. Besser ist ein trockener Tag im Herbst, wenn das Wachstum weitgehend abgeschlossen ist und die ersten kalten Nächte absehbar sind, aber noch keine längere Frostperiode eingesetzt hat. In vielen Gärten liegt dieses Zeitfenster im Oktober oder November; maßgeblich sind jedoch Wetter und Standort, nicht der Kalender.
Vor dem Binden ziehe ich robuste Gartenhandschuhe und langärmelige Kleidung an. Die Blattränder können scharf sein und die Haut unangenehm aufritzen. Dann fasse ich die äußeren Blätter nach und nach zusammen und führe sie nach oben, statt den ganzen Horst mit einem Ruck zu packen. Abgestorbene oder abgebrochene Blätter, die sich ohne Reißen lösen lassen, kann man dabei herausnehmen. Das grüne Laub bleibt stehen. Es schützt den Pflanzenbereich und ist zugleich Teil des natürlichen Winterschutzes.
Die Schnur wird zunächst locker um den Horst gelegt. Erst wenn die Blätter in der gewünschten Position sind, ziehe ich den Knoten so weit an, dass der Bund Halt bekommt. Ein hilfreicher Test: Die Schnur soll nicht tief in die Blätter einsinken, und die Blätter dürfen sich noch ein wenig bewegen. Bei einem breiten Horst lässt sich die Schnur hinten überkreuzen und vorne verknoten; so verteilt sich der Zug besser, als wenn man nur an einer Stelle fest zuzieht.
So bleibt der Winterschutz wirksam
In einer milden, gut drainierten Lage genügt das Zusammenbinden häufig. Steht Pampasgras in schwerem Boden, in einer Senke oder an einer Stelle, an der sich viel Regenwasser sammelt, braucht es mehr Aufmerksamkeit. Dort ist weniger die Kälte allein das Problem als die Kombination aus Kälte und Nässe. Eine **durchlässige Abdeckung** kann helfen, wenn der Standort im Winter besonders regenanfällig ist: etwa eine locker angelegte Schicht aus Reisig über dem zusammengebundenen Horst oder eine schräg aufliegende Schutzmatte, die Regen abhält und Luft hindurchlässt.
Eine Folie, die den Horst vollständig umschließt, ist keine gute Lösung. Darunter staut sich Feuchtigkeit, und an milden Tagen kann es warm und feucht werden – Bedingungen, die dem Pflanzenherz eher schaden als nützen. Auch Vlies sollte nicht stramm um den Horst gewickelt werden. Wenn eine Abdeckung nötig ist, muss sie stabil sitzen, darf aber nicht luftdicht abschließen. Besonders bei größeren Pflanzen ist außerdem wichtig, dass Schnee nicht dauerhaft in einer schweren, nassen Schicht auf dem gebundenen Laub liegen bleibt.
Der Wurzelbereich lässt sich bei jungen oder frisch gepflanzten Exemplaren zusätzlich schützen. Eine lockere Schicht aus trockenem Laub oder Reisig über dem Boden kann Temperaturschwankungen abmildern. Diese Schicht gehört jedoch nicht fest in die Mitte des Horstes gestopft. Dort kann feuchtes Material liegen bleiben. Bei gut etablierten Pflanzen in einem geschützten Garten ist eine dicke Abdeckung nicht automatisch nötig; ein passender Standort und ein durchlässiger Boden zählen oft mehr als möglichst viel eingepacktes Material.
Was im Herbst besser unterbleibt
Der häufigste Fehler ist ein kräftiger Rückschnitt vor dem Winter. Aufgeräumt sieht der Garten danach zwar aus, doch die abgeschnittenen Blätter fehlen als Schutz für den empfindlichen inneren Bereich. Außerdem kann Regen leichter in den Horst gelangen. Das Laub bleibt deshalb bis zum Frühjahr stehen. Auch gelbe oder braune Blattspitzen sind kein Grund, den ganzen Bestand im Herbst zu schneiden – sie gehören zum natürlichen Erscheinungsbild der Jahreszeit.
Ebenso wenig hilft es, das Pampasgras besonders fest zu verschnüren oder jeden Zwischenraum mit Laub auszustopfen. Ein zu enger Bund kann bei Wind und Schnee Druck auf einzelne Blattbasen ausüben. Und wenn sich im Inneren Feuchtigkeit hält, wird das eigentliche Ziel des Bindens verfehlt. Ein lockerer, aufrechter Horst ist meist besser geschützt als ein dicht gepresstes Bündel.
Bei jungen Pflanzen lohnt sich ein genauer Blick auf den Standort. Ein frisch gesetztes Pampasgras ist weniger eingewurzelt als ein alter, etablierter Horst. In den ersten Wintern sollte es deshalb besonders vor anhaltender Nässe und starkem Frost geschützt werden. In sehr kalten Regionen kann eine zusätzliche, luftige Abdeckung sinnvoll sein. Wer dagegen in einer milden Gegend mit durchlässigem Boden gärtnert, braucht nicht vorsorglich alles einzupacken. Zu viel Schutz kann ebenso unpassend sein wie zu wenig.
Im Frühjahr den Bund rechtzeitig lösen
Sobald die stärksten Fröste vorüber sind und sich neue Triebe zeigen, wird die Schnur entfernt. Wartet man zu lange, können junge Blätter im Inneren durch den Bund gedrückt oder beim späteren Öffnen beschädigt werden. Mit Handschuhen und einer scharfen Schere lässt sich das alte Laub anschließend zurückschneiden. Ich schneide dabei nicht blindlings tief in den Horst: Der Rückschnitt erfolgt oberhalb des frischen Austriebs, meist bleiben etwa **15 bis 20 Zentimeter** stehen. Bei dichtem Wuchs kann es sicherer sein, die trockenen Blätter portionsweise zu schneiden, statt den gesamten Bestand auf einmal zu erfassen.
Der Schnitt gehört ins Frühjahr, weil sich dann besser erkennen lässt, welche Teile tatsächlich abgestorben sind und wo das neue Grün beginnt. Die trockenen Blätter sind sperrig und scharfkantig; lange Ärmel und feste Handschuhe sind also auch dann keine übertriebene Vorsicht. Wer den Horst im Herbst gebunden hat, kann die Schnur nach dem Winter meist einfach lösen und entsorgen oder – bei wiederverwendbarem Material – für die nächste Saison aufbewahren.
Beim Pampasgras geht es beim Überwintern nicht darum, die Pflanze möglichst fest einzupacken. Entscheidend ist, dass Regen nicht ungehindert in den dicht stehenden Kern gelangt und dass Luft weiterhin zirkulieren kann. Eine griffige Schnur, ein trockener Tag und ein Bund, der hält, ohne zu drücken, reichen in vielen Gärten aus. Wenn der Horst im Frühling wieder austreibt, zeigt sich meist, dass ein wenig Zurückhaltung beim Schutz besser war als ein sorgfältig verschnürtes, aber dauerhaft feuchtes Paket.
Bild: / Vecteezy
Erde an den Händen, neue Pflanzideen im Kopf und immer ein bisschen zu wenig Platz im Garten. Zwischen Hochbeeten, Stauden und wilden Ecken gibt es ständig etwas zu entdecken. Besonders interessant wird es, wenn die Natur ganz eigene Pläne entwickelt.
